Krise

Was wir aus einer Krise lernen können
Unzweifelhaft stecken wir alle zur Zeit in einer Krise. Krise ist ein Wort, das über die Griechen als krisis auf uns gekommen ist und ursprünglich „Entscheidung, entscheidende Wendung“ bedeutet. Jetzt nehmen wir Krise überwiegend als entscheidende, schwierige Situation wahr.
Die Erfahrung mit Krisen lehrt uns, dass in einer Krise das ganze Spektrum an Emotionen sichtbar werden und unseren Blick ganz besonders auf die Grenzbereiche des sonst Üblichen lenkt. Wir leben vielleicht Emotionen, die sonst nur in uns schlummern- und plötzlich sind sie vollkommen präsent.
Ganz unabhängig davon was eine Krise in uns antriggert, unser Verstand wird damit beschäftigt sein, eine schlüssige Erklärung für uns zu finden. Wir schaffen uns unsere eigene Wahrheit.

Und was können wir in oder aus einer Krise lernen? Wir können uns zuallererst besser kennenlernen. Und, es bietet sich die Chance, unser Gegenüber auf eine andere Art als im normalen gewohnten Feld besser kennenzulernen. Wir können erfahren, wer wir sind und was uns antreibt. Wir können beobachten wie wir uns im Laufe einer Krise entwickeln. Wir verändern uns und mit der Veränderung verschiebt sich unser Blickwinkel.

Ein Klassiker aus dem Feld des Lebens mit dem Hund ist die Frage: Lasse ich meinen Hund von der Leine?
Diese Frage kann ich für mich nur situativ zu beantworten. Jeder von uns hat darauf zuerst einmal seine eigenen Antworten in sich zu fin-den. Ganz klar ist, jede Entscheidung hat ihren Vorteil und trägt auch Nachteile in sich.
Entscheidungen brauchen Vertrauen, manchmal brauchen sie Mut. Wir treffen auf jeden Fall für uns passendere Entscheidungen, wenn wir sie im Einklang mit uns treffen. Wir leben im Miteinander und so, wie wir unsere Entscheidungen treffen, trifft unser Umfeld auch seine Entscheidungen. Manchmal sind wir überrascht, dass sich unsere Umwelt nicht so verhält wie wir es erwartet, uns vorgestellt haben. Gerade bei Entscheidungen, die uns schwerfallen, bei denen wir zögern und wir uns „nur“ zu einer durchringen. Bis wir zur Reife unserer Entscheidung gekommen sind, hat sich mitunter die Situation geändert, sind bereits im Umfeld andere Entscheidungen getroffen worden. Jetzt am alten Plan festzuhalten kann fatal sein.
Da unsere Hunde klares und zweifelfreies brauchen, und lieben, sind sie uns ein Gegenüber, das uns ehrlich mitteilt, wie es mit unserer Klarheit und Zweifelsfreiheit ausschaut. Und ja, auch unsere Hunde treffen ihre Entscheidungen.

Was wir aus einer Krise lernen können? Wir können lernen, dass Vertrauen eine grundlegende Basis unseres Seins ist. Wir können lernen, dass wir mit unserem Blick auf die Welt ganz entscheidend dazu beitragen, was wir wahrnehmen. Wir können lernen wer wir sind und wohin wir wollen.

„In eine leere Tasse kannst Du frischen Tee einfüllen.“

Dies ist in kurz eine meiner Lieblings-Zen-Geschichten.
Sich auf Neues einlassen können braucht Raum für das Neue und Offenheit.
Das Gute dabei ist, man braucht den (k)alten Tee in der Tasse auch nicht austrinken. Damit die Tasse leer wird, kann man mit dem Tee auch einfach eine Blume im Garten erfreuen.

Wir schaffen uns unsere Welt

Ich stand an der Kasse und wollte zahlen und diese Unterhaltung durfte ich mit anhören:
Eine Mutter und ihre 5-6 jährige Tochter standen vor dem Zeitschriftenregal. Das Mädchen zeigte auf eine Zeitschrift und sagte, sehr bestimmt: „Die will ich haben!“ Darauf sagte die Mutter: „Die hast Du schon, willst Du nicht lieber diese hier?“ Die Kleine darauf: „Nein, ich will die, die gefällt mir!“ Die Mutter hatte noch mal versucht, dem Mädchen klar zu machen, dass es das Gewünschte schon hat und das andere auch toll ist, die Kleine beharrte darauf, genau das und nur das gefällt ihr.
Die Mutter gab nach, das Mädchen strahlte und die Mutter sah leicht verzweifelt aus.

Innerlich musste ich grinsen, dieses Kind hat es so deutlich ausgedrückt, das Gewohnte gefällt, es passt einfach, wir kennen es, es ist uns vertraut.
Und das, was uns vertraut ist, das was wir lieben, das wollen wir bei uns haben, es macht einfach ein gutes Gefühl.
Und ich glaube, jeder hat sich auch schon mal dabei beobachten können, wie er etwas mit nach Hause bringt, das er so schon zuhause hat.

Kürzlich hatte ich auch eine andere Unterhaltung. Eine Freundin erzählte mir eine Geschichte und ich sagte so ganz spontan: „das ist nicht meine Welt“.
Was für ein Spruch! In dem Augenblick, in dem sie mir davon erzählte, da war es Teil meiner Welt. Es war da und wie die Kleine vor dem Regal hatte ich die Entscheidung in mir, will ich danach greifen und mehr davon erfahren oder lass ich es im Regal stehen und gehe vorüber.

Unsere Hunde zeigen uns tagtäglich ihre Welt und es ist jedesmal unsere Entscheidung, wie weit lasse ich mich jetzt darauf ein? Wie weit kann ich heute gehen und damit meine Welt reicher und bunter machen?
Die Hunde sind da, Teil unseres Lebens und leben unser Leben mit uns mit. Schenken wir ihnen also auch immer wieder etwas zurück. Das Wertvollste, was wir zu geben haben, Ausdruck unserer Liebe, unsere Acht- und Aufmerksamkeit, unsere Zeit- widmen wir uns ihnen und dem, was sie uns zeigen.

Euer Micha

ABC des Alltags – D wie Danke

Was hat Dankbarkeit mit der Bewältigung des Alltages mit dem Hund zu tun?

Hunde erkennen unsere inneren Haltungen und antworten darauf- immer. Sind wir innerlich am kämpfen, dann strahlen wir das aus. Sind wir in unserer Ruhe, dann strahlen wir auch diese aus.
Der Alltag wird leichter und stressärmer, wenn wir in der Ruhe sind.
Und einen Weg in diese Ruhe zu kommen ist dem, was uns umgibt, mit einem Danke begegnen können.

Natürlich kann das Leben auch echt chaotisch sein und wir in einer schwierigen Lebenslage stecken. Doch auch ein Wirbelsturm hat in sich das Auge des Sturms und in diesem Auge herrscht Ruhe. Wem eine Haltung des Dankens gelingt, der schafft einen Ruhepunkt.
Wofür ein Danke? gerade auch in chaotischen und schwierigsten Situationen? Für das Leben an sich, für einen einzelnen Augenblick. Für die Entwicklungen, die gemacht wurden und die mannigfachen Gelegenheiten des Lernens.
Und
für das Lächeln, das wir auch uns selbst schenken können.
Lächeln wir für eine gute Minute, ununterbrochen, dann verändern wir durch dieses Lächeln unsere Stimmungslage- einfach einmal ausprobieren.

Sich selbst und dem Leben ein Lächeln schenken, ein Danke in sich haben zu können sind Wege, die zur inneren Ruhe führen.
Und wenn wir die Hunde in die Ruhe führen wollen, dann brauchen wir in uns selbst tatkräftige Ruhe.