Wir schaffen uns unsere Welt

Ich stand an der Kasse und wollte zahlen und diese Unterhaltung durfte ich mit anhören:
Eine Mutter und ihre 5-6 jährige Tochter standen vor dem Zeitschriftenregal. Das Mädchen zeigte auf eine Zeitschrift und sagte, sehr bestimmt: „Die will ich haben!“ Darauf sagte die Mutter: „Die hast Du schon, willst Du nicht lieber diese hier?“ Die Kleine darauf: „Nein, ich will die, die gefällt mir!“ Die Mutter hatte noch mal versucht, dem Mädchen klar zu machen, dass es das Gewünschte schon hat und das andere auch toll ist, die Kleine beharrte darauf, genau das und nur das gefällt ihr.
Die Mutter gab nach, das Mädchen strahlte und die Mutter sah leicht verzweifelt aus.

Innerlich musste ich grinsen, dieses Kind hat es so deutlich ausgedrückt, das Gewohnte gefällt, es passt einfach, wir kennen es, es ist uns vertraut.
Und das, was uns vertraut ist, das was wir lieben, das wollen wir bei uns haben, es macht einfach ein gutes Gefühl.
Und ich glaube, jeder hat sich auch schon mal dabei beobachten können, wie er etwas mit nach Hause bringt, das er so schon zuhause hat.

Kürzlich hatte ich auch eine andere Unterhaltung. Eine Freundin erzählte mir eine Geschichte und ich sagte so ganz spontan: „das ist nicht meine Welt“.
Was für ein Spruch! In dem Augenblick, in dem sie mir davon erzählte, da war es Teil meiner Welt. Es war da und wie die Kleine vor dem Regal hatte ich die Entscheidung in mir, will ich danach greifen und mehr davon erfahren oder lass ich es im Regal stehen und gehe vorüber.

Unsere Hunde zeigen uns tagtäglich ihre Welt und es ist jedesmal unsere Entscheidung, wie weit lasse ich mich jetzt darauf ein? Wie weit kann ich heute gehen und damit meine Welt reicher und bunter machen?
Die Hunde sind da, Teil unseres Lebens und leben unser Leben mit uns mit. Schenken wir ihnen also auch immer wieder etwas zurück. Das Wertvollste, was wir zu geben haben, Ausdruck unserer Liebe, unsere Acht- und Aufmerksamkeit, unsere Zeit- widmen wir uns ihnen und dem, was sie uns zeigen.

Euer Micha